Von Jona Jakob
der in die Stadt gezogen,
welche wie 'da' war.
Es ist die Zeit, die rollt und sich fortbewegt
und in ihr erstarren wir oder gehen mit ihr mit.
Leben finde ich immer dann ganz besonders schlimm,
wenn ich tausend Dinge tue,
darob aber verharre.
Erst in Momenten,
wo das Eigene und Wirken
sich der Zeit anzuschliessen vermag,
erlebe ich Sinn.
Alles andere ist mir Dumpfheit.
Mit jedem Tag mehr.
Da werde ich zum Sandkorn,
abgewaschen durch der Zeit Zug
von meinen Kanten,
bis ich nicht mehr bin.
Zerstreut.
Was aber vermag ich zu bilden?
Des Strom' Linienform, wie alle andern?
Nov 09 / Jona Jakob
Von da an spür ich die Person im Rücken. Ich nehme wahr, ob sich Schritte beschleunigen, ob es hinter mir hektisch und steif zu und her geht. Menschliche Verkrampfungen sind mir mit den Jahren erste Signale geworden, obwohl gerade die so gut versteckt werden können. Ich merke, wenn jemand deswegen zwischen Verschliessung und Höflichkeit laviert. Aber da kommt schon ein nächster Mensch am Horizont (die Schweiz ist voll von Menschen :-)
Zurück nach Hause. Menschen ums Haus, vor der Garage, in der Waschküche, im Treppenhaus, hinter Wohnungstüren, auf Terrassen und im Haus gegenüber, ... ich nehme alle wahr, weiss halbwegs wo sie sind, was sie tun und ob sie sich auf mein Tun beziehen. Es ist viel, an manchen Tagen zuviel.
Dann mache ich zu, lasse Sonnenstoren runter, gehe erst in menschenarmen Tageszeiten raus, nehme meist mein Auto, weil ich den ÖV kaum ertrage und versuche, irgendwo allein sein zu können. Damit sind auch Sonntage eine Qual, da nun all die Menschen überall sind, inkl. ihren ganzen Familien, Kindern, Hunden. So musste ich lernen, dass dies auch in einer zu nahen Beziehung eine massgebliche Rolle spielen kann.
Sollte ich also Arbeiten erfüllen können, wie Administration, Texte, Post, Buchhaltung etc. so muss ich allein sein. Mein Hauptwerk ist ja die Arbeit mit Menschen, im Coaching, im Unterrichten und im Prüfungsabnehmen. Wenn jemand in der Büro-Phase von mir Termine will oder irgendwie per Erwartungen für mich einen Druck erzeugt, geht mein Schaffen wie eine leere Batterie zugrunde. Ich gerate in eine latente Tatenlosigkeit, die zwar noch wahrnimmt, die aber kaum mehr produziert. Ich stagniere. Da kann ich noch Wäsche zusammenlegen oder staubsaugen, aber ansonsten ist fertig.
Daher: Ich habe gelernt, dass ich meine Zeit-Räume und meine Raum-Räume (Sphären) ohne Menschen brauche.
Daher - Distanz ist mir enorm wichtig geworden. Meine eigene Wohn-Höhle, wo ich mich zurückziehen kann und die mir positive Energien schenkt. Von dort aus kann ich mich erholen, tanken, meine Pendenzen abarbeiten (was ja jedem Menschen gut tut). Dann komme ich wieder hervor und bin präsent - mehr präsent, als vielleicht vorstellbar. Dann freue ich mich auf Menschen, Klientinnen und Klienten, Schülerinnen und Schüler, Absolventinnen und Absolventen, dann mag ihnen zuhören und für sie präsent sein. Dann geniesse ich mein Radar und mein Wahrnehmen, welches ich meistens nur 'Sehen' nenne.
Distanzen -
Damit ich ganz und gar auf meine Kunden eingehen kann, brauche ich menschfreie Momente. Daher zur Zeit mein Wunsch, vom Arbeitsort fern zu leben (ich arbeite in Zürich und lebe in Frankfurt), fremd, sozusagen. Heute analysiere ich meine Nähen und Distanzen und regle sie. Und tariere damit meine Hochsensibilität aus, die mich beschenkt, die mich beraubt. Da muss man was machen :-) ... ich tu es.
Herzlich, Jona Jakob
Feuchte Schwaden dringen zu den Ärmeln und am Kragen rein. Sie trägt schon Stiefel, den Kragen oben und ein dickes Halstuch, als mir ein Hauch Sandelholz und Vanille anfliegt.
Es knirscht nur der Kies unter den Sohlen. Schweigend geht man nebeneinander her. Erste Begegnung, nach all den Briefen. Eigentlich ist es ein neuer Nullpunkt, so beim ersten Mal. Das Gehen, es verhindert einen stockenden Atem. Der Puls bleibt unterm Wollenen versteckt. Beider Blicke vereint im sich verlierenden Grau des Nebels. Da hakt sie sich bei mir am Arm ein und schweigt weiter.
Misty Fog Grey.
Von M. Brandt
Teufels Küche
Komm raus aus Teufels Küche
und stell dich vor den Spiegel!
Sag mir,
wen du da siehst?
Erkenne endlich.
Erkenn dich an!
Ich kann die Zweifel riechen,
die Angst.
Die Fragen,
konnten das Fegefeuer nicht verbrennen,
haben sie nur angesengt
damit du sie deutlicher erkennst,
mit diesem furchtbaren Gestank.
Lass uns die Leere deiner Augen füllen,
es gibt noch etwas Zuversicht
und Hoffnung.
Saug sie nur auf-
mit deinem Hungerblick.
Das Heut soll Lebensmut dir geben,
den dir das Gestern nahm.
Du wurdest deiner Kraft beraubt,
vom Unvermeindlichen.
Hol sie dir wieder!
Sieh in den Spiegel!
DAS was du siehst,
ist nun dein wertvollster Besitz,
für den es sich zu kämpfen lohnt-
IMMER!
Copy M.Brandt
Von Seelenbalsam
Still wandere ich durchs Leben
Still möchte ich so manchem vergeben
Still höre ich Menschen in sich schreien
Still möchte ich so manchen Gefühlen, Ängste verleihen
Still bin ich in mir drin
Still suche ich, nach dem, was ich bin
Still versinke in den Farben, wie bunt
Still fühle ich, es geht in mir rund
Still ist es in meiner Seele oft
Still ist es, wenn sich etwas in mir zofft
Still macht mich der Welten Lärm
Still – ich möchte nicht mehr zuhörn
(c) Seelenbalsam
http://seelenbalsam.wordpress.com/
Wahrlich, keiner ist weise
Der nicht das Dunkle kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
H. Hesse