Mi

13

Apr

2011

"Und die will mir altem Hasen was erzählen..."

Eine junge Frau, Ende zwanzig, relativ unscheinbar, bestens ausgebildet und mit zehn Jahren Berufserfahrung, steht in schickem Kostüm vor einer versammelten Runde älterer Herren aus dem Vertrieb und erklärt den ansteigenden Umsatz, der durch eine Optimierung bestimmter Umstände entstehen würde.

 

Na, haben Sie schon ein Bild im Kopf?

Ich versuchs noch mal konkreter. Der Lehrling geht zu seinem Ausbilder und kritisiert die Zeitverschwendung, die durch lange Wege, ständige Rückfragen und schlechten Informationsfluss entstehen. Darauf antwortet der Meister: "Das haben wir dreißig Jahre so gemacht, das machen wir weiterhin so, du willst doch wohl ein lange bestehendes System nicht in Frage stellen. Du bist ein junger Spund, du kannst diese Erfahrung noch gar nicht haben.

 

Kennen Sie das?

Ganz aktuell ist es mir wieder begegnet: Das Alters-Monster. Es frisst Sie auf, eindem es nach Ihrer Glaubwürdigkeit schnappt. Wenn das Alters-Monster Ihr Alter weiß, macht es Sie gnadenlos klein, denn junge Leute KÖNNEN GAR KEINE richtige Erfahrung haben.

Erwischt hat es mein Buch mit einer Rezension auf Amazon.de: http://www.amazon.de/product-reviews/3839109302/ref=cm_cr_dp_synop?ie=UTF8&showViewpoints=0&sortBy=bySubmissionDateDescending#R1X3G9ECZ9IVJS

 

Vielleicht kennen Sie das aus dem Beruf, vielleicht auch aus Ihrer Vergangenheit:

Sie haben eine gute Karriere hingelegt, vielleicht einige Umwege gemacht, viel Erfahrungen gesammelt, Sie wissen, wie Sie wirken und beobachten Ihre Mitmenschen ganz genau. Sie wissen, wie Sie ein Gespräch steuern können und was welche Wirkung hat.

 

Und dann machen Sie einen Vorschlag, um etwas zu verbessern, da wird Ihnen Ihr unreifes Alter um die Ohren geklatscht.

Sie sind jung, also sind Sie automatisch auch unreif, ungebildet und nicht ernst zu nehmen.

Typisches Totschlagargument. Ich habe bisher noch keine Lösung gefunden, wer eine hat, mag sie bitte mitteilen.

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Kommentare: 6

  • #1

    Frank (Donnerstag, 14 April 2011 01:53)

    Hallo Frau Wesa,

    ich habe die Buchkritik der Frau gelesen. Ich denke, man schafft es nie es allen Menschen Recht zu machen - egal wie oder was man tut.

    Den Kommentar (bei Amazon auf die Rezension) hätte ich mir an Ihrer Stelle gespart. Aus meiner Erfahrung bringt das nie etwas. Manche Menschen haben sich ihr Bild gemacht - und das war es für sie. Dagegen kommt man einfach nicht an. Solche Leute fühlen sich dann auch noch in ihrer Meinung bestätigt, weil sie daraus lesen (oder denken), dass man sich verteidigen will. Und das macht sie dann noch überheblicher!

    Ich ärgere mich beruflich auch ab und zu mit ähnlichen Zeitgenossen herum, schrieb früher dann auch freundliche Mails - mit dem Ergebnis zu dem Sie nun auch gekommen sind. Heute kann ich zwar auch noch wütend werden, aber renne lieber einmal um den Block um meinen Frust loszuwerden. Denn egal wie man argumentiert und was man solchen Leuten sagt oder schreibt - es ist vertane Zeit. Sehr schwer für eine hochsensible Person (vielleicht auch für weniger sensible) - aber wenn man versucht auf solche Leute einzugehen, hat man schon verloren.

    Mein Vorschlag, auch wenn er nicht einfach umzusetzen ist, ignorieren Sie solche Leute. Ich habe viele Jahre gebraucht um zu dieser Einstellung zu kommen, bin oft und heftig gegen viele Wände gelaufen - aber ich bin zum Schluss immer den für mich richtigen Weg gegangen. Und das ist worauf es letztlich ankommt. Egal wie man alt oder jung man ist.

    Und wie heißt es so schön in Englisch: Everybody's Darling is Everbody's Fool!

    Übrigens, die gute Frau hat bisher nur eine Rezension geschrieben - und das war die über Ihr Büchlein. Also nicht gerade die Top Kritikerin!!!

    Schreiben Sie weiter, was Sie für richtig halten und mögen. Von der Kritik bzw. einzelnen Kritikern sind auch schon zahlreiche Bestseller Autoren zerissen worden - aber die, die wirklich gut sind, haben weitergemacht und der Erfolg hat ihnen Recht gegeben.

    Alles Gute für Sie und Ihre Familie!!!

    Mit besten Grüßen,

    Frank

  • #2

    Erwin (Donnerstag, 14 April 2011 08:28)

    Hallo Maike
    Auf Grund der feuer- und gallespeienden Rezension dieser Zeitgenossin habe ich Dein Buch bereits bestellt und freue mich, wenn ich es lesen kann.
    Wenn jemand ein Buch SO zerreist (es kann auch in Presse oder TV sein), dann bestelle ich es meistens, und ich bin gut damit gefahren, da es fast immer Bücher waren, die für mich interessant, hilfreich oderwasauchimmergutes waren. Ich habe übrigens heute Deinen ersten Njusletter erhalten, herzlichen Dank.

    Viele liebe Grüsse
    Erwin

  • #3

    Maike Wesa (Donnerstag, 14 April 2011 14:57)

    Lieber Frank,

    ja, Sie haben Recht: http://www.amazon.de/review/R1X3G9ECZ9IVJS/ref=cm_cr_pr_cmt?ie=UTF8&ASIN=3839109302&nodeID=&tag=&linkCode=#wasThisHelpful


    Mit einem ; D wünsche ich Ihnen einen schönen Tag und machen Sie weiter so!

  • #4

    Maike Wesa (Donnerstag, 14 April 2011 14:59)

    @ Erwin,

    ja, das mache ich auch immer genau so. Die richtig fiesen Rezensionen wecken immer mehr mein Interesse als die positiven, die sich ja oft wiederholen. Und es gibt viele Menschen, die sich gern unabhängig von einer solchen Rezension ein eigenes Bild und eine eigene Meinung machen möchten. Ich bin gespannt, wie es sich nun weiterentwickelt. Vielen Dank für Ihren Kommentar,
    Maike Wesa

  • #5

    Zero-11 (Sonntag, 17 Juli 2011 02:24)

    " Dem Leser wird vor Augen geführt, wie nichtig, klein und unwissend er doch ist und welch weiten Weg er doch noch vor sich hat, um auf den gleichen Level wie die Autorin zu gelangen, die sich über alles erhebt und vorgibt, bereits alles über das Thema Hochsensibilität zu wissen."
    Naja das Buch war meiner Meinung nach auch das beste zu dem Thema und hatte auch die meisten Informationen parat. Ich habe mich davon in keinster Weise vorgeführt gefühlt oder so ähnlich und war froh diese Informationen erhalten zu haben um Bestätigung zu finden. Man kriegt wenigstens nicht wie bei den anderen Büchern einen faden Beigeschmack das Hochsensibilität mehr negativ als positiv zu werten wäre.

    "Dieses Buch strotzt vor wichtigtuerischer Selbstinszenierung und Überschätzung der eigenen Person. Es scheint so, als wollte die Autorin aus ihrer eigenen Hochsensibilität etwas Kapital schlagen, denn ich sehe nicht, wie irgendjemandem durch dieses 'Durcheinander-Buch' ernsthaft geholfen werden soll außer der Autorin selbst."
    Nicht-HSPs tun sich doch ständig selbst überschätzt jaja schön die Tatsachen verdreht. Mir hat das Buch verdammt nochmal enorm geholfen alles viel klarer zu sehen und mein Selbstwertgefühl in Stein zu meiseln.
    "Wer nicht verwirrt werden möchte, sollte es nicht kaufen. Das junge Alter der Schreiberin lässt in jeder Hinsicht die notwendige Ausgereiftheit vermissen, um tatsächliche Ratschläge und wirkliche Hilfe anbieten zu können."
    Blablabla Dumm kritisiert Inelligent, einfach ignorieren.

    "Jede Seite dieses Buches spiegelt die verworrenen Gedanken der Autorin wider und es kostet einigen geistigen Aufwand, um den konfusen und willkürlich aufeinander folgenden Kapiteln zu folgen und dabei einen Sinn darin finden zu wollen oder Hilfe zu suchen, die es nicht gibt."
    So viele Informationen auf so wenig Seiten ja das überfordert ein Nervensystem das die Belastung die HSPs aushalten müssen nicht gewöhnt ist. Man liest und liest ist aber zu dumm es zu verstehen.

    "Schade ums Geld und die Zeit, die man aufbringen muss, um sich durch dieses chaotische 'Wirr-Warr-Werk' durchzulesen ' ja durchzuquälen."

    Das Buch war jeden Cent wert, danke Maike für diese geniale Werk.

  • #6

    Zero-11 (Montag, 05 September 2011 20:23)

    "Sie trägt ein mit erhobenem Zeigefinger oberlehrerhaftes Verhalten zur Schau, das schon fast ans Unerträgliche grenzt und welches von Arroganz und Überheblichkeit zeugt."

    Und? Sie hat ja auch vollkommen recht es gibt keinen Grund sich abgewertet, angegriffen oder sonst irgendwie zu fühlen. Typischer Fall eines Enneagram Typ 2 "Die Helfer, Die Geber"

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