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20

Jun

2009

Wolfgang Röhl: "Hurra, schon wieder eine neue Krankheit"

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Kommentare: 7

  • #1

    Besucher (Donnerstag, 03 September 2009 19:21)

    Sehr geehrter Herr Röhl,

    Hochsensibilität bedeutet in erster Linie eine sehr viel differenzierte Wahrnehmung. Es ist auch nichts was man „therapieren“ müsste. Es ist einfach eine Begabung, die man hat oder eben auch nicht. Nicht alles was in den Medien steht sollte man als die "absolute Wahrheit“ betrachten, aber wem sage ich das? Ihnen als Autor ist das ja bekannt. Kämen Sie eigentlich auch auf die Idee Menschen mit anderen Begabungen so derart aufs Korn zu nehmen? Wohl kaum, da diese ja Ihrer Ansicht nach ein Gewinn für die Gesellschaft darstellen während hochsensible Menschen Ihrer Ansicht nach bestenfalls schwächliche Nutznießer sind.

    Ein Merkmal der Hochsensibilität ist, wie Sie gut erkannt haben, dass man Lärm und Licht stärker wahrnimmt als andere Menschen. Große Menschenmengen oder laute Partys sind deshalb vielleicht nicht unbedingt das geeignetste für hochsensible Menschen, denn sie empfinden dies in der Tat schneller als stressig. Aber Sie haben in Ihrer Darstellung leider etwas sehr wesendliches vergessen: Diese intensivere Wahrnehmung beschränkt sich keinesfalls auf Licht und Lärm, nein, denn die Begabung unterscheidet nicht. Mit anderen Worten man nimmt alles stärker wahr: Menschen, Emotionen, Situationen, Farben, Töne u.s.w. Auch verfügen hochsensible Menschen über einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Die Musiker, Schriftsteller, Schauspieler, Maler oder Sportler der Sie begeistern und mitreisen können, was glauben Sie sind das für Menschen? Warum beigeistern einige Menschen die breiten Massen so stark während andere Menschen dies trotz aller Anstrengungen nicht vermögen? Möglicherweise weil es sich dabei um hochsensible Menschen handelt, die sich einfach ihre Empathie zunutze machen. Überprüfen die diese Aussage ruhig, das Ergebnis dürfte Sie vielleicht überraschen.

    Lieber Herr Röhl auch hochsensible Menschen sind ein Gewinn für die Gesellschaft, man sollte nur genauer hinsehen. Bei näherer Betrachtung werden Sie feststellen, dass sich diese Menschen in vielen Bereichen engagieren, auch im Kampf gegen Rechtsextremismus.

    Wer weiß, vielleicht hat Ihnen bei Problemen auch schon einmal ein hochsensibler Mensch zur Seite gestanden. Gab es da vielleicht schon einmal einen verständnisvollen Zuhörer während einer Krise? Auch in Ihrem Leben wird es Zeiten geben, in denen nicht alles so läuft wie Sie es gerne hätten. Wenn dies das nächste Mal der Fall sein sollte, dann wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen einen hochsensiblen Menschen in Ihrer Nähe. Denn Sie werden ihn dringend brauchen. Sollten Sie also einmal in Ihrem Leben Pech haben, nehmen wir hier als Beispiel einfach einmal an Ihr Arbeitgeber würde Ihnen übel mitspielen (was in der Wirtschaftskrise für viele Menschen leider schnell zur bitteren Realität wird) und Sie bemerken dann einen Menschen in Ihrer Umgebung, der sich nicht wie alle anderen verschämt von Ihnen abwendet, dann könnte es sein dass es sich dabei um einen hochsensiblen Menschen handelt.

    Achten Sie doch in Zukunft einfach einmal genauer darauf wer den vielen, kleinen Diktatoren dieser Welt wirklich die Stirn bietet. Achten Sie einmal darauf, wer in Notsituationen (Unfälle) wirklich den Überblick behält und sicher agiert. Achten Sie einmal darauf, wer bei Schicksalsschlägen (Trennung/Scheidung, unheilbare Krankheiten, Tot eines Angehörigen, Tot eines Kindes) den Betroffenen wirklich zur Seite steht und sich für keine Hilfe zu schade ist. Sind das tatsächlich immer nur die Menschen mit dem sogenannten dicken Fell?
    (Nö, denn wenn das so wäre, würde ich mich jetzt sofort ganz beruhigt zurücklehnen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Geht nur leider nicht, weil dauernd ein Mensch wie Sie mit diesem ach so dicken Fell ankommt und meint, das er mal gaaanz dringend Hilfe bräuchte...Hm, was glauben Sie wie groß könnte meine Lust zur Hilfsbereitschaft nach so einem Artikel noch sein? Würden Sie persönlich noch unterstützen wollen, wenn man Ihnen solche Kritik entgegenbringen würde?)


    Jede Medaille hat zwei Seiten, das gilt auch für Hochsensibilität. Noch was: Glauben Sie meinen Ausführungen nicht einfach, sondern versuchen Sie lieber es selber herauszufinden...


    Mit freundlichen Grüßen,
    der Satiriker

  • #2

    MWesa (Freitag, 04 September 2009 11:21)

    Hallo Satiriker.

    Bitte beachten Sie, dass der Artikel nicht von mir stammt, sondern nur zitiert bzw verlinkt wurde.

    Beste Grüße,
    Maike Wesa

  • #3

    Besucher (Samstag, 05 September 2009 17:34)

    Ja, ich weiß, habe deshalb diesen Text auch als Mail direkt an den Autor geschickt. Sie müssen diesen Kommentar ja auch nicht unbedingt stehen lassen.
    Schönes Blog! ;-)

  • #4

    MWesa (Samstag, 05 September 2009 18:48)

    Vielen Dank.

  • #5

    MWesa (Donnerstag, 12 November 2009 09:46)

    Im Übrigen sind es genau solche Äußerungen wie die des Herrn Röhl, die verantwortlich dafür sind, dass Menschen sich so, wie sie nunmal sind, nicht akzeptiert werden. Denn immer noch denkt die Mehrheit wie Röhl und was die Masse sagt, ist Gesetz.
    Deshalb leiden nicht wenige, auch Normalsensible, unter einem überhöhten Anspruch an sich selbst, aus welchem auch Depressionen entstehen können.

  • #6

    Orwo78 (Mittwoch, 17 November 2010 23:12)

    Meines Erachtens sind hochsensible, empfindsame Menschen nicht krank. So wie Linkshänder, RH negative oder grünäugige Menschen nicht krank sind. Ich finde es auch unsinnig, aus der Erscheinung der Feinfühligen eine Krankheit zu machen. Empfindsame Menschen haben ein reicheres Leben´und Erleben als Unempfindsame. Nur in der sozialen Interaktion kann es vor allem mit Fremden zu Problemen kommen. Ich denke, ein effektives Coaching oder Konflikt-Management-Training und gewisse Entspannungstechniken müssten reichen, um die o.g. Probleme in Griff zu bekommen. Krank sind meines Erachtens die emotionslosen Menschen, sie versuchen auch das meiste Leid in dieser Welt.

  • #7

    Thomas (Dienstag, 03 Januar 2012 13:42)

    Ein sehr interessanter Beitrag. Finde auf jeden Fall, dass man wirklich "kranke" Menschen viel ernster nehmen sollte und sie nicht so darstellen sollte, als wenn sie sich bloß anstellen.

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