Der König und sein Berater
Ein König und sein Hofstaat waren unterwegs im Land, um zu einem entfernten Ort zu reisen. Mit der Zeit ersuchte der königliche Berater immer wieder die Aufmerksamkeit seines Brötchengebers.
"Majestät, wir sollten lieber weiter auf unbekannten Wegen reisen, mir scheint etwas in der Luft zu liegen."
Der König antwortete: "Berater, was willst Du sagen? Sieh, mein Volk ist mir wohlgesonnen, man winkt mir zu!"
"Das sehe ich mein König, es scheint alles bester Ordnung zu sein. Aber die Menschen wirken verhalten, ihre Gesichter zeigen nur aufgesetzte Freude."
"Woran erkennst Du das Berater?"
"An ihren Augen, Majestät. Ihre Bewegungen sind fahrig, ihre Münder lächeln nach unten. Sie wirken unruhig, ich vermute, wegen dem letzten Erlass. Es wäre klug, umzukehren."
"Aber aber, Berater, Du nur wieder mit Deiner Schwarzseherei! Worauf stützt Du Deine Ansicht? Hat es denn bisher Unruhen gegeben? Nein! Das sind doch alles nur Bauern, sie sind eben nicht von adligem Geblüt und wurden nicht in feinem Benehmen unterwiesen. Und der Erlass ist schon über ein Jahr her, sie haben sich dem unterworfen! Sieh, sie arbeiten auf den Feldern und sind zufrieden. Ich habe ein folgsames, gutes Volk, das sich an meine Regeln hält. Und nun mache mir nicht weiterhin den Tag schwer, wir wollen uns freuen auf unsere Ankunft!"
Die Gesellschaft amüsierte sich noch eine Weile im Einklang mit dem König ob der merkwürdigen Äußerungen des Beraters.
Der Berater wurde schweigsam. Ihn überkam große Bedrängnis, je mehr Menschen er sah. Er konnte sich nicht wehren gegen die Vermutung, das Volk führe etwas im Schilde. Nach dem er jedoch von seinem König zurechtgewiesen wurde, traute er sich nicht mehr, ihn noch einmal anzusprechen. Er war auch vorsichtig geworden durch die Lächerlichkeit, die er hatte mitmachen müssen. Er warf sich im Stillen vor, nicht überzeugender gesprochen zu haben. Er war sich sicher, es würde etwas passieren.
Nach einigen Stunden ereignete es sich, dass die Gesellschaft tief im Lande von einer Meute aufgehalten, umzingelt und überfallen wurde. Aufgebrachte Menschen trieben den Tross durch den Wald, wild mit Forken fuchtelnd wollten sie ihrem König ans Schlafittchen.
"Berater, warum hast Du mich nicht vor den Unruhen gewarnt? Wenn wir überleben, werde ich das Land verlassen müssen, denn wir sind nicht mehr sicher! Ich habe Dich in meinen Dienst gestellt, damit Du mich über mein Volk berätst! Du bist Deines Standes nicht würdig!"
Was fühlen und wie denken sensible Menschen?
Mi
13
Apr
2011
"Und die will mir altem Hasen was erzählen..."
Eine junge Frau, Ende zwanzig, relativ unscheinbar, bestens ausgebildet und mit zehn Jahren Berufserfahrung, steht in schickem Kostüm vor einer versammelten Runde älterer Herren aus dem Vertrieb und erklärt den ansteigenden Umsatz, der durch eine Optimierung bestimmter Umstände entstehen würde.
Na, haben Sie schon ein Bild im Kopf?
Ich versuchs noch mal konkreter. Der Lehrling geht zu seinem Ausbilder und kritisiert die Zeitverschwendung, die durch lange Wege, ständige Rückfragen und schlechten Informationsfluss entstehen. Darauf antwortet der Meister: "Das haben wir dreißig Jahre so gemacht, das machen wir weiterhin so, du willst doch wohl ein lange bestehendes System nicht in Frage stellen. Du bist ein junger Spund, du kannst diese Erfahrung noch gar nicht haben.
Kennen Sie das?
Ganz aktuell ist es mir wieder begegnet: Das Alters-Monster. Es frisst Sie auf, eindem es nach Ihrer Glaubwürdigkeit schnappt. Wenn das Alters-Monster Ihr Alter weiß, macht es Sie gnadenlos klein, denn junge Leute KÖNNEN GAR KEINE richtige Erfahrung haben.
Erwischt hat es mein Buch mit einer Rezension auf Amazon.de: http://www.amazon.de/product-reviews/3839109302/ref=cm_cr_dp_synop?ie=UTF8&showViewpoints=0&sortBy=bySubmissionDateDescending#R1X3G9ECZ9IVJS
Vielleicht kennen Sie das aus dem Beruf, vielleicht auch aus Ihrer Vergangenheit:
Sie haben eine gute Karriere hingelegt, vielleicht einige Umwege gemacht, viel Erfahrungen gesammelt, Sie wissen, wie Sie wirken und beobachten Ihre Mitmenschen ganz genau. Sie wissen, wie Sie ein Gespräch steuern können und was welche Wirkung hat.
Und dann machen Sie einen Vorschlag, um etwas zu verbessern, da wird Ihnen Ihr unreifes Alter um die Ohren geklatscht.
Sie sind jung, also sind Sie automatisch auch unreif, ungebildet und nicht ernst zu nehmen.
Typisches Totschlagargument. Ich habe bisher noch keine Lösung gefunden, wer eine hat, mag sie bitte mitteilen.
Di
16
Nov
2010
Verfügen Sie vielleicht über Hochbegabung?
Sensible Menschen fühlen sich fremd in der heutigen Gesellschaft, wie "von einem anderen Stern". Oft ist hohe Sensibilität eine Fehlinterpretation:
Die Verhaltensweisen, die angeblich Hochsensible zeigen, sind oftmals Ausdruck von Flucht-, Ausweich- und Vermeidungsstrategien, weil sich andernorts in der Psyche der Mensch unverstanden, nicht gesehen fühlt, weil sich Neigungen nicht ausleben dürfen oder Wünsche, Ansichten, Talente etc. unterdrückt werden. Sobald ein Mensch er selbst sein darf, zeigen sich versteckte Fähigkeiten und nicht selten ein hoher IQ, der Druck, NORMAL zu sein, baut sich ab, der Mensch entspannt sich und Überempfindlichkeiten lösen sich auf.
Würden Sie dieser These zustimmen oder widersprechen? Haben Sie sich selbst mit dem Thema Hochbegabung beschäftigt und zu welchen Erkenntnissen sind Sie gekommen?
Mo
25
Okt
2010
Was beschäftigt Sie?
Ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt, so fühlen sich manche Probleme an, mit denen man einfach nicht fertig wird. Ich plane für ein neues Buch Themen, die noch direkter die Hochsensibilität und ihre Tücken angehen. Welches Thema würde Sie gern behandelt sehen? Schreiben Sie mir eine Nachricht an: nachrichten@maikewesa.de.
Di
27
Jul
2010
Projekte von Hochsensiblen
Sensible Menschen sehen mehr, hören mehr, achten auf viele Details, die im allgemeinen Alltag untergehen.
Wie nutzen Sie Ihre Sensibilität? Setzen Sie die Bilder in Ihrem Kopf vielleicht in der Malerei um? Oder übertragen Sie Ihre Stimmungen in der Musik? Unterstützen Sie vielleicht andere Menschen mit Ihrer großen, emotionalen Stärke?
Lassen Sie andere an Ihren kleinen und großen Erfolgen teilhaben!
Di
27
Jul
2010
Ignoranz unter Sensiblen?
Ich bekomme ja nun viele Nachrichten, sei es als Feedback auf mein Buch oder einfach so, weil sich jemand mitteilen möchte. Darunter sind immer häufiger Hinweise, dass sich viele sensible Menschen in Foren für Hochsensible tummeln in der Hoffnung, Zuspruch und Unterstützung zu finden. Oft schlüge ihnen aber auch gerade dort ein harter Wind entgegen.
Haben Sie auch schon solche Erfahrungen gemacht? Wie sehen Sie diese Situation?
Do
14
Jan
2010
Schöne Wörter gesucht
Schöne Wörter gesucht. Sie sind sensibel für Sprache? Welches ist das bezaubernste, irritierendste oder abstoßendste Wort, das Sie kennengelernt haben?
Sa
20
Jun
2009
Wolfgang Röhl: "Hurra, schon wieder eine neue Krankheit"
Hochsensible werden stets mit Hypochondern gleichgesetzt: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hurra_schon_wieder_eine_neue_krankheit_update/
Sa
20
Jun
2009
Was soll dieser Blog?
Es geht um eine objektive und konstruktive Auseinandersetzung mit dieser Eigenschaft: Sensibilität.
Wie können alle davon profitieren? Wie müssen Sensible leben können, damit sie sich wohlfühlen und ihr wertvolles Potenzial entfalten können? Was muss sich verändern,
damit die Sensibilität keine Zielscheibe für Verletzungen bleibt, sondern zu einer anerkannten und respektierten Eigenschaft wird? Denn eines steht fest: Sensible Menschen haben es in der heutigen
Ellenbogengesellschaft äußerst schwer, sich angenommen zu fühlen. Das ist weder belustigend noch lächerlich, das ist ein ernsthaftes Problem. Nicht selten stellen Menschen sich vollständig infrage
und nun kommen Sie: Ist das sinnvoll?
Hochsensibilität ist heißes Eisen und dünnes Eis zugleich, für die, die damit leben, meist eher hinderlich, als ein Vorteil. Die, die eher normalsensibel sind, fühlen
sich ausgegrenzt, die Hochsensiblen sehen sich angegriffen und unverstanden.
Normalsensible könnten unterstützen, Sensible könnten ihre Fähigkeiten zu Gunsten der Gesellschaft einsetzen. Beide Seiten müssen und können aufeinander zugehen und
das ist zwingend notwendig, denn wir verschleudern viel ungenutztes Potenzial, wenn wir nur das akzeptieren, was cool ist.
Sensibel zu sein bedeutet in Deutschland: Nicht gesellschaftsfähig. Nicht cool.
Es wird Zeit, dass sich jeder Einzelne darüber bewusst wird, warum nur Image statt Mensch gilt.
Sa
20
Jun
2009
Erfahrungen sensibler Menschen
Ein Sensibelchen, so ganz anders und fremd? Heute eine Mimose, morgen ein Weichei. Die Nettigkeiten für sensible Menschen kennen keine Grenzen. Ich persönlich höre mir immer wieder gerne an, ich soll mir nicht so viele Gedanken machen. Was ist Ihr Lieblingsspruch?
Wahrlich, keiner ist weise
Der nicht das Dunkle kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
H. Hesse